Ein Tag aus der Sicht eines Aktivpadockstall-Bewohners….

Wir stehen zusammen im frischen Morgennebel und erwarten den Sonnenaufgang,

unsere Gruppe ist gemischt, die Stuten rossen schon wieder, der junge Araber spielt hinten mit dem Shettywallach „guten Morgen, steh auf“.
Ich höre das Auto der Menschin, die Hunde springen heraus und begrüßen bellend den Morgen,

mein Chef, der alte Fuchs grummelt seine Begrüßung.
Die Menschin kommt die Wiese entlang und stellt den älteren Wallachen ihr Frühstück hin, wir anderen warten ungeduldig auf die Heunetze.

Ich habe meinen Stammplatz, direkt neben der Tür, mein Netz kommt als erstes, dann geht sie mit dem Araber und der Schimmelin zu dem Futterplatz an den Bäumen, alle mümmeln und zupfen. Die Menschin macht sauber, fegt und räumt unsere Hinterlassenschaften weg, verteilt frische Äpfel überall, die wir dann suchen dürfen.
Die Sonne geht nun vollends auf und scheint über unseren Auslauf, ich fresse mal hier, mal dort und alle schlendern um die Ställe, von Heunetz zu Heunetz.

Ich bekomme Durst, muss den ganzen Weg um die Hütte und den Stall zum Wasser gehen,

treffe dabei die Katze, wie näseln etwas.
Mittag. Die Alten ruhen draußen im Sandbett, der Wind fegt in leichten Böen, aber angenehm durch unser dichtes Winterfell. Ich schaue in den Liegestall, ob noch ein paar Futterkrümel herumliegen. Die Schimmelin steht mit dem Araber zusammen an den Knabberästen, der Shetty kommt zu mir und wir spielen etwas.
Ich höre die Hunde, oh die andere Menschin kommt und öffnet den Zaun zur Weide, Araber und Shetty toben sofort los und ich lasse mich auch anstecken, ach es ist heute so ein schöner Tag!
Die Alten kommen nacheinander langsam um den Stall herum auf die Wiese und wälzen sich grunzend, ich folge auch, plötzlich liegen wir alle und kugeln uns.
Wir entspannen, knabbern und schlendern herum, spielen, ruhen und schauen, viele Menschen mit Hunden und auch Pferde kommen an unserer Weide vorbei, ich begrüße den großen Braunen aus der Nachbarschaft, der muss jeden Tag über diese Stangen hüpfen, oder im Kreis laufen, wir schauen manchmal vom Tor aus zu.
Nachmittags kommt eine andere unserer Menschinnen und schaut nach uns, ein paar Kuscheleinheiten, dann verschwindet sie im Heuschober und bereitet unser Abendessen vor.
Ich schaue mal nach, vielleicht fällt etwas für mich ab!
Manchmal gehen die Menschen auch mit uns spazieren oder reiten, wir werden mal zu dritt oder zu sechst auf verschiedene Weiden gebracht und dürfen dort auch im Winter Gras fressen, das ist jeden Tag anders!
Wenn es langsam dunkel wird, kommt dann unsere Menschin mit den Hunden wieder, alle stehen schon erwartungsvoll am Zaun und grummeln, abends gibt es leckere Kleinigkeiten und volle Heunetze für uns!
Sie ruft uns beim Namen, jeder geht an seinen Platz, der Shetty macht wieder mal eine extra Runde, dann werden wir alle mit Stallhalftern angezogen, bequem angebunden und bekommen unsere Schüsseln.
Ich bin als erstes fertig und knabbere am Heu, bis die Menschin alle wieder losmacht und uns alle nochmal streichelt und uns gute Nacht wünscht.
Gegen 24 Uhr sind die Heunetze geleert, ich schlendere nochmal zum Wasser,

danach suche ich mir einen Platz im Sandbett.
Die Nacht ist ruhig, bis auf die Katzen, die im Heuschober Mäuse fangen und den Marder, der sich vorbeischleicht und am Hühnerhaus nach Eiern schaut. Der Wind frischt auf, der Himmel ist sternenklar, es wird kalt.

Ich plustere mein Winterfell ein bisschen auf und stelle mich abseits des Windes um die Ecke.
Der Araber wechselt sich mit der Schimmelin im Wachdienst ab, der gelbe Alte steht etwas abseits und frisst, der Fuchs liegt im Sandstall und schläft, Shetty steht daneben und passt auf. Später bin ich mit aufpassen dran, ich ruhe noch ein wenig, hab die anderen im Blick.
Immer mal wieder schlendere ich gemütlich zu den verschiedenen Fressplätzen und knabbere an den Heuresten, die Apfelstücke, Knabberäste und Salz- und Minerallecksteine sind an den verschiedenen Stationen anders im Geschmack und ich probiere genüsslich alle durch. Gegen morgen gehe ich zu den Schubberbesen und kratze mir ausgiebig die Stelle, an die ich alleine nicht rankomme, ach ich höre schon das Auto der Menschin, gleich gibt’s Frühstück!


Alltag im Spessartreiter Aktivpaddockstall, so sollte ein Pferdeleben sein!

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